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Holy Meat – Maskenbild zwischen Konzept, Alltag und Kino

  • Autorenbild: Faye Ryan
    Faye Ryan
  • 17. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden

Filmszene aus "Holy Meat"

Am 1. Januar 2026 ist der Film Holy Meat bundesweit in den Kinos gestartet. Für mich markiert dieses Projekt nicht nur den Beginn eines neuen Jahres, sondern auch eines der intensivsten und zugleich ruhigsten Filmprojekte, an denen ich bisher arbeiten durfte.


Gemeinsam mit meiner Kollegin Lucy Fietz war ich für das gesamte Maskenbild verantwortlich – von der konzeptionellen Vorbereitung bis zur Betreuung der Darsteller:innen an insgesamt 22 Drehtagen.



Vorbereitung, Austausch & konzeptionelle Arbeit


Bereits in der Vorbereitungsphase haben wir intensiv an der visuellen Ausrichtung des Maskenbilds gearbeitet.


Dazu gehörten Moodboards, inhaltliche Abstimmungen und mehrere Gespräche mit der Regisseurin Alison Kuhn, um ihre Vorstellungen nicht nur technisch, sondern vor allem atmosphärisch zu verstehen.



Diese intensive Vorbereitung war für uns eine bewusste Grundlage, um den Set-Alltag so ruhig, klar und effizient wie möglich zu halten. Je mehr im Vorfeld geklärt ist, desto mehr Raum entsteht am Set für Konzentration, Vertrauen und spontane Feinjustierungen.

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Vor Ort haben wir deshalb sehr eng mit den Darsteller:innen gearbeitet, ihnen Raum gelassen und sie aktiv in den Prozess eingebunden, damit sie sich in ihren Rollen sicher und glaubwürdig bewegen konnten.


Gerade dieses Zusammenspiel aus konzeptioneller Vorbereitung und entspannter Präsenz am Set war eine zentrale Grundlage für das Maskenbild von Holy Meat.




Aufgabenverteilung & Zusammenarbeit


Für Holy Meat waren wir beide gleichermaßen für das Maskenbild verantwortlich.Um die Abläufe am Set klar, flexibel und effizient zu gestalten, haben wir uns intern in Make-up und Hair aufgeteilt – nicht als Trennung der Zuständigkeiten, sondern als strukturierende Maßnahme für Kommunikation und Organisation.


Diese Aufteilung ermöglichte es, Rückfragen gezielt zu bündeln und dennoch jederzeit ineinander übergehen zu können. In der praktischen Arbeit am Set haben wir beide sowohl Make-up als auch Hair umgesetzt und die Darsteller:innen gemeinsam betreut.


So entstand keine klassische Trennung der Gewerke, sondern eine enge Verzahnung beider Bereiche, die viel Raum für Flexibilität, Austausch und gemeinsames Entscheiden ließ.



Eine bewusste ästhetische Entscheidung


Eine der prägendsten Szenen war für mich die Inszenierung des Theaterstücks innerhalb des Films. Dabei ging es weniger um Perfektion als um eine sehr bewusste ästhetische Setzung, die wir als Maskenbild-Konzept entwickelt haben.


Unsere Idee war ein Look, der so wirkt, als hätten sich die Figuren selbst geschminkt –ungeschult, intuitiv, vielleicht sogar etwas zu viel oder zu wenig.Und gleichzeitig sollte genau dieses „Laienhafte“ vor der Kamera funktionieren, stimmig bleiben und die Geschichte unterstützen.


Diese Balance aus scheinbarer Unsauberkeit und klarer Bildsprache war kein Widerspruch, sondern der Kern des Konzepts. Reduzierte Techniken, sichtbare Entscheidungen und bewusst gesetzte Brüche haben einen Look entstehen lassen, der nicht dekorativ sein wollte, sondern erzählerisch.


Gerade solche Momente liebe ich am Film:wenn Maskenbild nicht verschönert, sondern Haltung zeigt und Teil der Erzählung wird.



Schnelle Wechsel, große Momente


Ein persönliches Highlight war ein sehr schneller Masken- und Hair-Wechsel, den Lucy und ich gemeinsam umgesetzt haben –auf der Laderampe eines Licht-LKWs, improvisiert, hochkonzentriert und im perfekten Zusammenspiel.


Dort haben wir die Frisur der Darstellerin Homa Faghiri fertiggestellt – einer dieser typischen Film-Momente, die man nicht planen kann, die aber zeigen, wie wichtig Vertrauen, Routine und Teamarbeit am Set sind.



Solche schnellen Wechsel bedeuten neben Tempo vor allem Koordination. Für einen dieser Wechsel haben Lucy, Felix (Zusatzmaske) und ich gleichzeitig an der Darstellerin Lou Strenger gearbeitet – jede Bewegung abgestimmt, jeder Handgriff Teil eines gemeinsamen Ablaufs.


Holy Meat ist ein Film, der Raum lässt – und genau deshalb Präzision verlangt. Das Maskenbild versteht sich hier nicht als Dekoration, sondern als Teil der Erzählung, nah an den Figuren und ihrer Entwicklung.


Ich freue mich sehr, dass dieser Film nun sein Publikum findet und bin gespannt auf alles, was sich aus diesem Projekt weiterentwickelt.


Pressestimmen zum Kinostart


Zum Kinostart wurde Holy Meat in verschiedenen Medien als eigenständige und ungewöhnliche Kinoarbeit wahrgenommen:


„Stilistisch changiert Holy Meat zwischen grotesker, dunkler Komödie und realistischem, melancholischem Drama.“— epd Film


„Ein eigenwilliger, unruhiger, aber hoch unterhaltsamer Film, der sich deutlich von der hiesigen Kinolandschaft absetzt.“— film-rezensionen.de


Ein absurdes Triptychon über Einsamkeit, Verantwortung und die katholische Kirche.“— Camino Filmverleih



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Film & Spielzeiten


Aktuelle Kino-Termine und Spielorte von Holy Meat finden sich hier:👉 https://www.kinoheld.de/film/holy-meat


Weitere Informationen, Pressetexte und Hintergrundmaterial:👉 https://www.camino-film.com/filme/holym






Credits


Film: Holy Meat

Kinostart: 01.01.2026


Regie & Buch: Alison Kuhn



Kostüm: Juliane Maier

Maske: Faye Ryan, Lucy Fietz


Darsteller:Innen: Homa Faghiri, Jens Albinus, Pit Bukowski, Christian Pätzold u. a.


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